Nahverkehrszüge Epoche IV

Nahverkehrszüge am linken Rhein

Zu Beginn der Epoche IV ist es für mich sehr schwer, die typischen Nahverkehrszüge am Mittelrhein richtig nachzubilden. Zu wenig Bildmaterial aus der Zeit liegt mir vor. Auf jeden Fall hielten in St. Goar alle Nahverkehrszüge an.

Nahverkehrszug am Mittelrhein in den 80er Jahren

1968

 

Nahverkehrszug mit 3-Achs-Umbauwagen

Die Beschriftung von Lokomotiven und Waggons zu Beginn der Epoche IV verlief über einen längeren Zeitraum. So kam es in der Übergangszeit zu Zügen, die alte und neue Beschriftungen zeigten. Einige Personenwagen bekamen keine Computernummern angeschrieben, obwohl ihr Einsatz noch bis in die 70er Jahre hinein geplant war. So geschah es bei der 3-Achs-Umbauwagen. Sie bekamen oft lediglich die alte Wagennummer unter das DB-Keks angeschrieben.

E 41 mit 3-Achs-Umbauwagen

Die Elektromokomotive ist noch als E 41 072 unterwegs, während die 3-Achs-Umbauwagen teilweise schon die Computernummer angeschrieben haben.

Langer Personenzug am Mittelrhein

Der Zug ist aus B3yge, AB3yge und einem BD3yge gebildet.

B3yge und AByge

1969

 

Nahverkehrszug mit Steuerwagen

Eine BR 140 ist im Nahverkehr unterwegs. Hinter der Lokomotive läuft ein Silberling-Steuerwagen, der seine ursprüngliche Funktion so nicht wahrnehmen kann. Die Steuerwagen mit Türen auf beiden Stirnseiten waren beim Personal sehr unbeliebt, denn der Arbeitsplatz war eng und zugig.

BR 140 mit Nahverkehrszug

Steuerwagen mit Gepäckabteil hinter der Lokomotive

Der Steuerwagen vom Typ BDnf 738 bei einem Einsatz n der Zugspitze

Das Ende des Nahverkehrszuges ist noch im Kammerecktunnel

 

1972

 

Nahverkehrs-Wendezug mit 141 034 und Steuerwagen

Ab 1971 wurden Steuerwagen vom Typ BDnrzf 740 gebaut. Sie wurden, abgesehen von den ersten Fahrzeugen, mit einem Warnlackierung versehen. Der Steuerwagen ist im folgenden Bild an der Zugspitze unterwegs. Im Wendezugdienst war die Höchstgeschwindigkeit im geschobenen Betrieb bis Mai 1981 auf 120 km/h begrenzt. Erst danach waren 140 km/h erlaubt. 

Warnlackierung am Silberling-Steuerwagen

Die besondere orange Lackierung behielten die Waggons teilweise über das Jahr 1993 hinaus. Ab 1978 wurden viele Köpfe mit einem Warnanstrich in ozeanblau-hellbeige umlackiert.

Der Nahverkehrszug wird von einer BR 141 geschoben. Die ersten Maschinen wurden ab 1956 noch in blauer Lackierung ausgeliefert, die einige Maschinen bis Mitte der 70er Jahre behielten.

Elektrolokomotive 141 034-9 im Schiebedienst

Die Zugspitze strebt dem Bettunnel entgegen

Die Steuerwagen waren auch auf der rechten Rheinstrecke unterwegs. Im Wagen-Archiv der deutschen Reisezug- und Güterwagen ist ein sehr schönes Bild zu sehen, wo ein Wendezug das Südportal des Loreley-Tunnels verlässt.

Wendezugbetrieb auf der linken Rheinstrecke

1975

 

Wendezug mit grüner Elektrolokomotive der Baureihe 141

Die 141 115-6 schiebt wenige Jahre später als ihre blaue Schwesterlokomotive 141 034-9 einen längeren Wendezug Richtung Koblenz. Die typische grüne Lackierung und das Geräusch des Schaltwerks brachten der Nahverlehrslokomototive den Spitznamen "Knallfrosch" ein. Wieder ist ein Silberling-Steuerwagen mit orangenen Warnanstrich zu sehen.

Wendezug im geschobenen Betrieb

Über Jahrzehnte waren Nahverkehrszüge mit Silberlingen nicht nur am Mittelrhein ein gewohntes Bild für Bahnkunden.

Steuerwagen BDnrzf 740 

Immerhin aus sechs Silberlingen wird der Nahverkehrszug gebildet. Mit der 141 im Schiebedienst betrug die Höchstgeschwindigkeit des Zuges 120 km/h. Der Camaro Z 28 auf der Bundesstraße 9 dürfte da sicherlich auf freier Autobahnstrecke eine höhere Endgeschwindigkeit erreicht haben. Nicht jedoch am Rheinufer zwischen Oberwesel und St. Goar, denn am Kammer-, Bett- und Bankeck sind scharfe Kurven.

Verkehrsreiches Mittelrheintal

Hier sind ale Nahverkehrszüge aus dem Sommerfahrplan 1975 mit Halt in St. Goar aufgeführt:

Hält 05.59 Uhr N 7500 w Bingerbrück – Koblenz
Hält 06.17 Uhr N 7503 w Koblenz – Frankfurt
Hält 06:49 Uhr N 7502 w Mainz – Koblenz
Hält 07.09 Uhr N 7505 Koblenz – Frankfurt
Hält 08.16 Uhr N 7509 Koblenz – Mannheim
Hält 08.22 Uhr N 7508 Bingerbrück – Koblenz
Hält 10.31 Uhr N 7511 Koblenz – Frankfurt
Hält 10.58 Uhr N 7512 Frankfurt – Koblenz
Hält 12.19 Uhr N 7516 w Frankfurt – Koblenz
Hält 12.20 Uhr N 7513 Boppard – Bingerbrück
Hält 13.48 Uhr N 7519 w Koblenz – Bingerbrück
Hält 14.03 Uhr N 7520 Bingen – Koblenz
Hält 15.13 Uhr N 7521 Koblenz – Frankfurt
Hält 15.24 Uhr N 7522 w Bingerbrück – Koblenz
Hält 16.08 Uhr N 7524 w Mainz – Koblenz
Hält 17.15 Uhr N 7523 w außer Sa Remagen – Bingerbrück
Hält 17.17 Uhr N 7526 w außer Sa Mainz - Koblenz
Hält 17.50 Uhr N 7528 Bingerbrück - Koblenz
Hält 18.09 Uhr N 7525 Koblenz – Bingen
Hält 19.18 Uhr N 7529 Koblenz – Bingerbrück
Hält 20.08 Uhr N 7531 werkt. außer Sa Koblenz – Bingerbrück
Hält 20.52 Uhr N 7534 Bingerbrück – Koblenz
Hält 21.48 Uhr N 7533 Koblenz – Bingen

 

Damals konnte von Taktverkehr keine Rede sein. Im Grunde war es sehr schwierig für Berufspendler, über Jahre hinweg der Bahn treu zu bleiben, da sich auch die Abfahrzeiten nahezu jährlich änderten. Fernzüge hatten absoluten Vorrang.

1978

 

Nahverkehrszug mit BR 141

Mitte der 70er Jahre waren viele Altbauwagen aus dem Dienst der DB ausgeschieden. Auch die Drei- und Vierachs-Umbauwagen wanderten auf Nebenstrecken ab, ohne den Mittelrhein zunächst ganz zu verlassen. Dafür übernahmen die Nahverkehrswagen vom Typ "Silberling", die auch als n-Wagen bezeichnet werden, die Regie am Mittelrhein. 

Die Baureihe 141 war eine typische Lokomotive für Nahverkehrszüge mit Steuerwagen, denn sie war wendezugfähig. Jedoch wurde der Steuerwagen-Kopf geändert und mit einer auffälligen Lackierung versehen. Der so genannte "Karlsruher Kopf" löste die Kopfform mit kleinen Fenstern ab.

Steuerwagen mit "Karlsruher Kopf"

1978 setzte bei den Silberlingen die Umlackierung nach dem neuen Farbschema der DB ein. Bei dem folgenden Nahverkehrszug ist nur der Steuerwagen in den neuen Produktfarben lackiert. Nicht nur der Kopf ist ozeanblau-beige, sondern auch der Rahmen hat eine ozeanblaue Lackierung bekommen. Die beiden folgenden Silberlinge haben noch ihren ursprünglichen schwarz lackierten Rahmen. 

Neue Produktfarben auch im Nahverkehr

Der Steuerwagen in der Seitenansicht

Der gleiche Zug ist in der Gegenrichtung unterwegs. Der Steuerwagen läuft am Zugschluss. Auf dem Bild wird die unterschiedliche Lackierung des Rahmens der n-Wagen deutlicher.

Der Nahverkehrszug auf der Rückfahrt

Hier bildet der Steuerwagen mit "Karlsruher Kopf"  den Zugschluss.

Die Rücklichter des Steuerwagens am Zugende

1979

 

BR 140 mit Nahverkehrszug

Die Sonne am Mittelrhein hat sich von Ost nach Süd bewegt. So ist die Lokomotive im vollem Licht zu sehen. Hinter der 140 ist ein Hilfegepäckwagen angekuppelt. Zwei Silberlinge mit und ein 2. Klasse Schnellzugwagen mit Gepäckabteil (BDms 273) bilden den Zugteil für die Fahrgäste.

140 217 führt einen Eilzug

1982

 

BR 141 mit Mitteleinstiegswagen

Die Baureihe 141 hatte sich aus den gehobenen Aufgaben im Schnellzugdienst längst verabschiedet. Dafür war sie im Nahverkehr der Deztschen Bundesbahn nicht weg zu denken.

Die klassische Nahverkehrslokomotive: Br 141

Ein einheitliches Zugbild

Der Mitteleinstiegs-Seuerwagen BDymf 457

 

Nachschuss auf Nahverkehrszug

1985

 

4-Achs-Umbauwagen mit BR 141

Teile der grünen Umbauwagen mögen noch aus den Vorkriegsjahren stammen. Und trotzdem sind sie noch im Nahverkehr unterwegs. Einige haben noch den Anfang der 90er Jahre im Dienst der DB erlebt.

141 115-6 mit 4-Achs-Umbauwagen

Typische war die Kombination aus 2. Klasse-, 1./2. Klasse- und 2. Klasse-Wagen mit Gepäckabteil.

1986

 

Silberlinge mit 141 129-9

Ab 1978 wurde bei den Silberlingen die Lackierung dem neuen Farbschema der DB angepasst. Die Schürzen wurden in Ozeanblau umlackiert.

Typischer Nahverkehrszug

141 129-9 vor Steuerwagen

Nachschuss auf Nahverkehrszug

Letzte Änderung am 06.11.2013.

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